[Rezension] Indira Jackson - Rayan: Sohn der Wüste

http://www.amazon.de/Rayan-Sohn-W%C3%BCste-Indira-Jackson/dp/3737562660/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1449490744&sr=8-1&keywords=rayan
Vielen Dank an Indie Publishing und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.
 "Der Sohn der Wüste" beschreibt das Leben des Scheichs Rayan Ibn Sedat Suekran al Medina y Nayran. Die Geschichte beginnt in der Gegenwart, wo er als mächtiger Mann gegen seine Feinde ankämpft und sein Leben bedroht wird. Alldem begegnet er mit Härte, Disziplin und Unnachgiebigkeit. Umso mehr wird er von den Tücken der Liebe überrascht: Der Liebe zu einer Deutschen, die so ganz anders ist als alle anderen Frauen, mit denen er bisher konfrontiert war. Die Erzählung führt zurück in seine Kindheit und seiner Jugend, als er von seinem tyrannischen Vater davonlaufen muss, von ihm verstoßen wird, dem knappen Tod nur durch eine List entrinnt und in die Einsamkeit getrieben wird. Allein auf sich gestellt gelingt es ihm ein neues Leben aufzubauen, bis die Vergangenheit ihn einholt und er alles geben muss um seine Bestimmung zu finden. Und dann ist da auch noch seine Verbindung nach Amerika. Auf der anderen Seite steht Carina Hartmann, eine moderne Frau aus München, die ihre Faszination in die Geschichte des Scheichs nach Arabien treibt. Hin- und Hergerissen zwischen Abscheu vor den Grausamkeiten, deren Zeugin sie werden muss und der starken Anziehungskraft die der Scheich auf sie ausübt, gibt sie nicht auf, bis sie ihr Ziel erreicht hat: das sagenumworbene Zarifa, der Heimat des Scheichs.
 "Rayan - der Sohn der Wüste" ist das Erstlingswerk von Indira Jackson. Im Prinzip geht es um die altbekannte Thematik, Mann und Frau verlieben sich, obwohl sie aufgrund kultureller Gegebenheiten nicht zusammenpassen, doch das Feuer der Lust ist einfach zu stark um zu widerstehen. Nichts neues, aber irgendwie hat Indira Jackson es geschafft, dass es besonders wird. Kann aber auch daran liegen, dass ich dieses Genre äußerst selten lese und daher sicherlich noch nicht so abgestumpft bin.
Rayan, dessen vollständigen Namen ich nicht aussprechen kann, ist mir nicht besonders sympathisch. Er ist Typ Christian Grey, der wilde Wolf, der zwischendurch einen Schafspelz durchblitzen lässt. Mir ist das zu viel Klischee, ich lese lieber über Männer, die sich treu bleiben. Entweder Arsch, oder lieb, aber nicht beides bitte. Er war für mich irgendwie undurchsichtig.

Carina hat es da schon besser bei mir, auch wenn die sämtliche Klischees bedient. Sie wirkt aber bei weitem nicht so wechselhaft, das gefällt mir besser.

Der Schreibstil ist für ein Erstlingswerk sehr gelungen. Es gibt zwischendurch Wortwiederholungen oder etwas stolperige stellen, aber es hält sich wirklich in Grenzen. Ich wäre nicht davon ausgegangen, dass es sich um ein Debüt handelt. Vor allem kommt es da ja oftmals vor, dass Szenen nicht durchdacht wirken, den Eindruck hatte ich aber nicht. Und auch eine der, meiner Meinung nach, königsdisziplinen wurde gut gemeistert: Zeitsprünge. Oftmals verwirrend, wurden jene gut eingebaut, so dass ich hervorragend mitkam, ohne vor Verwirrung zu verzweifeln. Es ist auch spannend, ja, wobei ich direkt wusste, wie es ausgeht. Aber das ist halt auch genretypisch, und man liest es dennoch, daher kein negativer Punkt.

So im großen und ganzen gefiel es mir, aber die Klischees waren mir stellenweise zu viel des Guten. Daher vergebe ich 3,5 Eulen.

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