[Rezension] Julia Adrian - Die dreizehnte Fee: Erwachen (1)

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 "ICH BIN NICHT SCHNEEWITTCHEN. ICH BIN DIE BÖSE KÖNIGIN. Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung." Quelle: Amazon.de & Klappentext


"Die dreizehnte Fee" von Julia Adrian ist eine Märchenadaption, welche direkt mehrere Märchen miteinander verknüpft. Dabei wird aber nicht nur altbekanntes durchgekaut, sondern alles wurde so gemixt, dass etwas völlig neues, eigenes entstand. Auch wenn ich kein großer Märchenfreund bin, gefiel mir das soweit schon ganz gut. Erwähnenswert finde ich, dass es sich um ihr Debüt handelt.


Sprachlich ist das Buch sehr angenehm zu lesen. Es ist in der Ich-Form geschrieben und es scheint in einer früheren Zeit zu spielen, da auch Hexenverbrennung vorkommt. Ich bin ja kein Freund von historischen Romanen und kann Entwarnung geben: die Sprache ist zwar leicht angepasst, aber im Großen und Ganzen modern gehalten. Die leichte Anpassung ist hervorragend um nicht zu vergessen, dass es eben früher ist. An sich ist der Schreibstil aber schnörkellos und beinahe schon trocken, das passt aber hervorragend und gefiel mir. Es gibt keine ellenlangen Formulierungen oder detailreiche Beschreibungen der Umgebung, das ist einfach nicht nötig, denn die Geschichte lebt nicht von der Umgebung, sondern eben durch die Geschichte. Ein paar mehr Hintergrundinformationen, mehr zur Vergangenheit hätte ich mir gewünscht, aber ein Vöglein hat mir gezwitschert, dass sich dieses in Band 2 ändern soll. Rechtschreibfehler konnte ich keine entdecken.

Die Spannung bewegt sich in einem guten Mittelfeld. Die Handlung ist recht durchschaubar und bot am Anfang und im Mittelteil nur wenig Überraschungen, wobei ich die Hoffnung aber nie aufgab, dass es eben doch nicht so ausgeht, wie vermutet. Es bestand nämlich immer die Möglichkeit, dass es doch anders ausgeht. So wurde es dann doch wieder spannend, durch die Hoffnung sozusagen. Hört sich verwirrend an? Sorry, find ich auch. :D

Manches fand ich leider nicht nachvollziehbar, oder zumindest seltsam.  Der "Hexenjäger" verhält sich für mich manchmal merkwürdig, anders, als ich es erwarten würde oder logisch fände. Er ist weder sympathisch noch unsympathisch, was mich ein wenig verwirrt. Ich weiß nicht was ich vom ihm halten sollte – gut, böse, irgendwas dazwischen? Dadurch, dass es in der Ich-Perspektive der Fee geschrieben ist, lernt man ihn ziemlich wenig kennen. Dadurch bleibt er irgendwie blass, aber auch geheimnisvoll. Ich habe den Eindruck, dass er jede Menge Geheimnisse mit sich herumschleppt. 


Unsere dreizehnte Fee ist eine interessante Persönlichkeit. Sie ist böse und gut zugleich, verbindet beide Eigenschaften aber sehr glaubhaft und authentisch. Gegen Ende macht sie eine immer größere Entwicklung durch, um dann wieder einen Rückschlag zu erleiden. Das find ich gut, nobody is perfect. 


"Helden. Jede gute Geschichte braucht Helden. Keine perfekten Helden, nein, sie dürfen Fehler machen, sie dürfen von ihrem Weg abkommen. Aber am Ende treffen sie die richtigen Entscheidungen. Sie sind gut. Sie sind, wie wir sein wollen. Ich bin keine Heldin" - Die dreizehnte Fee, Seite 48

 
Und da es sehr schnell passiert und somit kein bedeutender Spoiler sein sollte: warum vögeln die eigentlich ständig, obwohl er sie doch so hasst? Es kam nämlich -Gott sei Dank- nicht klischeemäßig so rüber, als wenn er sie doch insgeheim so sehr liebt und Blabla. Ob er sie liebt steht in den Sternen, er selbst behauptet zumindest, dass er sie hassen würde.  Aber auch da gab ich die Hoffnung nicht auf, hey, ich will doch ein happy end! Das genialste kommt aber jetzt: erst auf den letzten fünf Seiten war mir klar, wie das Buch endet. Ich hab dem Hexenjäger einfach alles zugetraut und wusste demensprechend überhaupt nicht, ob es wirklich mein Happy End gibt – oder eben nicht. Was es aber nun ist, kann ich ja leider nicht verraten ^^


Keine Ahnung, ob das jetzt jemanden aufgefallen ist, aber ich habe eben die beiden wichtigsten Hauptprotagonisten weder als gut, noch als böse einstufen können. Das zieht sich durchs ganze Buch, jeder ist weder gut noch böse, es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Eigentlich wie im wahren Leben. Und selbst wenn jemand abgrundtief böse zu sein scheint, gab es meistens einen Grund dafür, so dass ich fast – aber nur fast!- Mitleid hatte. Es gibt einfach nicht nur schwarz und weiß, gut und böse, die Message find ich toll – auch wenn ich nicht beschwören will, dass das von Julia Adrian so beabsichtigt ist. (Hab gefragt: ist beabsichtigt :D)

Ob ich das bekam kann ich euch nicht sagen, aber kurz vor dem Ende könnte auch ich nicht vorhersehen, wie es endet. Also wirklich erst auf den letzten 2 Seiten oder so. Da ging mir die Pumpe, sag ich euch!


Enttäuschend fand ich das Buch selbst. Die Schrift ist nicht gut gedruckt und wirkt pixelig, das fand ich störend. Eine handvoll gezeichneter schwarz-weiß Bilder tröstet mich zwar darüber hinweg und sind wirklich sehr schön, aber ein schaler Geschmack bleibt. Das Cover hat jedoch eine annehmbare Qualität, so dass es im
Regal nicht pixelig aussieht. Das Cover gefällt mir aber generell ausgesprochen gut!

Insgesamt ein gelungenes Märchen, welches zwar nicht mit Spannung punktet aber dafür mit einer spannenden Protagonistin. Dafür vergebe ich 4 Eulen.


2 Kommentare
  1. Guten Morgen!
    Das Buch SuBt schon seit Erscheinen bei mir rum. Ich glaube, jetzt wird es Zeit es auch zu lesen. Danke für die appetitmachende Rezi!
    LG
    loralee

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  2. Oh das steht bei mir noch auf der Leseliste, ich meine für August. Bin schon gespannt :=)

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