[Rezension] Ryan David Jahn - der letzte Morgen

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Ein Epos voller Lügen, Verrat und verlorener Moral
Los Angeles. Zwei Morde in derselben Nacht bringen den Unterweltboss James Manning in Bedrängnis. Ein Sündenbock muss her. Eugene Dahl, ein einfacher Mann, der morgens Milch ausliefert und abends Barhocker wärmt, ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Doch er weigert sich, zum Spielball des organisierten Verbrechens zu werden. Um seine Haut zu retten, wird er Dinge tun müssen, die weit schlimmer sind als alles, was man ihm vorwirft.


Wir befinden uns im L.A. der 50er Jahre – an sich sicher eine spannende Zeit. Das dachte sich wohl auch der Autor, denn er fügte Details ein, die typisch für diese Zeit sind. Schade nur, dass es andere Dinge gar nicht zu der Zeit gab, da hätte ein wenig Recherche bestimmt geholfen.  


Der Einstieg in das Buch fiel mir alles andere als leicht! Doch bei einem Drittel oder Viertel des Buches wird es richtig merkwürdig: der komplette Schreibstil ändert sich von Grund auf. Was ist denn da in den Autoren gefahren? Hat er selbst gar nicht weiter geschrieben? Man munkelt, man munkelt… Jedenfalls wird es ab dann wesentlich besser. Viiiel besser sogar. Denn erst ab da bin ich überhaupt in die Story reingekommen…


Der Schreibstil ist leider echt anstrengend: es gibt viele Details, die völlig unnötig sind, und das sind nicht nur so ein paar wenige, darüber könnte man hinwegsehen, sondern richtig nervig viele. Das geht gar nicht! Das schlimmste dabei ist jedoch, dass einige Details und/oder unnötige Szenen auch schocken sollen, glaube ich zumindest – ist ja schön und gut in diesem Genre, wenn es denn wirkt! Ich habe meistens eher herzhaft gegähnt, das Buch weggelegt und erstmal eine Runde geschlafen ;-)


Es kommt aber noch besser, denn zusätzlich sind die meisten Sätze auch noch sehr verschachtelt, wobei das auch der Übersetzer verbockt haben kann, ich weiß es nicht.


Dazu gibt es sehr viele Protagonisten in zwei Erzählsträngen, zwischen denen ständig hin und her gewechselt wird. Dadurch kann es schnell unübersichtlich werden, was aber gerade noch so im Rahmen liegt. Daran liegt es sicherlich auch, dass ich einen so schweren Einstieg hatte. Ein paar Protagonisten weniger hätten auf jeden Fall nicht geschadet, aber hey, das ist immer Geschmackssache. Ich glaube, man muss komplexe Geschichten hierfür einfach lieben, denn selbst Stephen King verläuft sich ständig in Details, zu vielen Personen und mehreren Handlungssträngen um am Ende trotzdem gefeiert zu werden.


Die Story selbst, das Kernstück also, ist aber tatsächlich gut und auch der Grund dafür, dass ich überhaupt weiter gelesen habe. Sie wiegt einiges wieder auf, so dass ich immerhin noch 2,5/5 Eulen vergebe und Genrefans einen Versuch ans Herz legen kann – vielen wird es bestimmt gefallen!



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