[Rezension] Wladimir Kaminer - Coole Eltern leben länger

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 Wenn die Kinder erwachsen werden, beginnt für viele Eltern ein Albtraum namens Pubertät. Das muss nicht sein! Wladimir Kaminer und seine Familie stürzen sich kopfüber in dieses Abenteuer aus Facebook-Partys, unsichtbaren Schnurrbärten, Liebeskummer und der Frage, ob man das Haus in einer kreativ zerlöcherten Jeans verlassen darf, die kaum noch als Rock durch gehen würde. Die Rebellion im Kinderzimmer ist ohnehin nicht aufzuhalten, besser also, sich mit Gelassenheit zu wappnen, die Flatrate jenes Anbieters zu erwerben, bei dem auch die Freundin des Sohnes Kundin ist, und die Kinder auch einfach mal in Ruhe vor sich hin reifen lassen. Quelle: Manhattan


In „Coole Eltern leben länger“ beschreibt Wladimir Kaminer sein Familienleben mit seinen zwei Kindern. Diese stecken mitten in der Pubertät, doch er beschreibt mehrere Phasen und vergleicht diese mit seiner eigenen Jugend. Man selbst kann sich sicherlich auch das ein oder andere Mal wiedererkennen ;-) Oder haben wir nicht alle mal etwas getan, dass später total bescheuert wirkt?

Spannend zu lesen fand ich, dass Kaminer selbst keine wirkliche Pubertät erfahren haben will – so etwas gab es in seinem Land, zu seiner Zeit einfach nicht. Umso spannender ist für ihn die Pubertät seiner Kinder. Dabei wundert er sich über so manches, stößt sicherlich auch oft auf Unverständnis – dieses übrigens auf beiden Seiten – und schafft es dabei dennoch, sich nicht zu ernst zu nehmen und die Kinder Kinder sein zu lassen und sich selbst auszuleben.


Gut fand ich, dass nicht nur typische Klischees aufgegriffen wurden sondern diese auch so verpackt wurden, dass es nicht überladen wirkt, sondern eher sehr realistisch. Dabei überspitzt er allerdings ein wenig, was ich okay finde, denn so wird es nur noch lustiger. Ich nehme Wladimir Kaminer sofort ab, dass er all dies auch so erlebt hat. 


Dabei wirkt das Buch aber nicht wie ein schlechter Ratgeber, sondern es ist eher humoristisch gestaltet. Ich könnte mir vorstellen, dass es so manch Eltern helfen kann, ihre eigenen pubertierenden Jugendlichen nicht so ernst zu nehmen und das Ganze mit mehr Humor zu nehmen. Vielleicht hilft es ja dieses Buch zu lesen, wenn die Kinder mal wieder unverständliches vollbringen? Nur wie gesagt – es ist wirklich kein Ratgeber und als solcher auch nicht geeignet, auch wenn derartige Ansätze zu erkennen sind.


Der Schreibstil ist unfassbar angenehm, sehr locker, sehr flüssig und mit viel Humor in der Ich-Perspektive geschrieben. Die Perspektive ist meines Erachtens nach auch das einzig Wahre für dieses Buch – immerhin erzählt er aus seinem eigenen Leben. Der Aufbau ähnelt einer Ansammlung von Kurzgeschichten, allesamt passend zum Titel. Dadurch lässt es sich auch sehr gut zwischendurch lesen, denn allzu lang sind diese Geschichten nicht. Somit muss man nicht zwischendurch aufhören, sondern kann immer einen gewissen „Cut“ machen.


Dieses Buch ist besonders für all jene geeignet, die Kinder im Pubertätsalter haben und auf eine humorvolle Art darüber lesen möchten :-)


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