[Rezi] Victoria Schwab - Verflucht

Schau der Hexe nicht in die Augen!
Das Moor, das gleich hinter ihrem Haus anfängt, hat die 16- jährige Lexi schon immer als Bedrohung empfunden. Ebenso die Geschichten von der Hexe, die dort seit Urzeiten leben soll … Als ein fremder Junge im nächtlichen Nebel vor ihrem Fenster auftaucht, ahnt Lexi, dass etwas Unheimliches geschehen wird. Und tatsächlich: Etliche Kinder aus dem Dorf verschwinden spurlos. Ihre Eltern verdächtigen schon bald den fremden Jungen, der wie ein Spuk mal hier, mal da erscheint. Doch Lexi weiß, dass etwas anderes dahintersteckt – etwas, das aus dem Moor kommt …

Lexi ist 16 Jahre alt und benimmt sich bei weitem nicht so, wie die Männer ihres Dorfes es gerne hätten. Besonders ihr Vater Otto ist mit ihrem Verhalten alles andere als einverstanden. Doch im Grunde kann Lexi nichts dafür, denn ihr verstorbener Vater hat ihr vieles beigebracht, vom Jagen bis hin zum Fährtenlesen, also allesamt Dinge, die eher Männertypisch sind. Wenn es nach Otto gehen würde, würde sie sich lieber einen Mann suchen und sich wie eine Dame benehmen. Leider wirkt Lexi auf mich unnahbar, nicht greifbar und dementsprechend konnte ich mich nicht so sehr mit ihr anfreunden, was schade ist, denn eigentlich verkörpert sie nur positive Dinge.

Cole ist ein mysteriöser Junge, über den man anfangs so gut wie nichts erfährt. Sogar seinen Namen hat er von Lexi erhalten, der Richtige wurde nie genannt. Er wirkt distanziert, doch nach und nach arbeiten er und Lexi zusammen und ergründen Gemeinsam das Geheimnis Nears. Cole wirkt auf mich sehr sympathisch und ich mochte ihn lieber als Lexi.

Der Schreibstil von Victoria Schwab bewirkte bei mir ein düsteres Gefühl, perfekt für kältere Herbsttage und sehr passend zum mystischen Inhalt. Die Spannung baut sich nach und nach auf um dann in einem packenden Finale seinen Höhepunkt zu erreichen. Die meisten Fragen und Ungereimtheiten die mir während des Lesens aufgefallen sind wurden am Ende zufriedenstellend geklärt, aber ich denke, dass noch genügend Luft für einen weiteren Teil vorhanden wäre.

Schade und auch verwundert ist, dass die Zeit nicht genannt wird, in der das Ganze spielt. Aufgrund der Verhaltensweisen könnte man denken, dass es zu einem SEHR frühen Zeitpunkt spielt, da auch keine Fernseher, Telefone oder ähnliches vorkommen. Dennoch gibt dazu auch wieder Unstimmigkeiten, so dass sich auf keine bestimmte Zeit schließen lässt, sondern eher eine Fantasy-Welt. 

Erwähnenswert finde ich, dass man ‚Verflucht‘ durchaus auch Sozialkritisch betrachten kann. Ein dem Dorf fremder Junge taucht auf, kurz bevor Kinder verschwinden. Und obwohl es etliche Gründe dafür gibt, dass dieser Junge unschuldig ist, wird er gehetzt und gejagt. Denn was der Bauer nicht kennt… ;)


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