[Rezi] Tania Carver - Entrissen


Es soll eine fröhliche Babyparty werden, die die hochschwangere Claire veranstaltet, doch sie endet fürchterlich: Als die Gäste bis auf Claires engste Freundin Julie gegangen sind, verschafft sich jemand Zutritt zur Wohnung, schlachtet die beiden Frauen bedenkenlos ab, schneidet Claire das Baby aus dem Bauch – und verschwindet damit. Detective Inspector Phil Brennan und sein Team von der Mordkommission haben so etwas Grauenvolles noch nie gesehen, denn in der englischen Küstenstadt Colchester geschehen nicht allzu oft Morde, und wenn, dann keine solch bestialischen. Und sie sind unter enormem Druck, denn das Baby könnte noch leben…
Bald wird den Ermittlern klar, dass sie es mit einem gestörten Serientäter zu tun haben, denn sie können den Fall mit zwei etwas älteren Morden in Verbindung bringen. Auch dort wurden Hochschwangere getötet, allerdings ohne dass die Babys geraubt worden wären. Handelt es sich beim Täter um jemanden, der ein ungeborenes Baby stehlen will und bei den beiden ersten Frauen nur „geübt“ hat? Um diese Frage zu klären, zieht Phil Brennan die Psychologin Marina Esposito hinzu, die ihm bei einem früheren Fall schon einmal geholfen hatte und mit der er damals in eine Beziehung geschlittert war. Diese persönliche Verstrickung verkompliziert die Zusammenarbeit zwar, doch Marina ist die beste Profilerin, die Phil kennt, zudem empfindet er immer noch etwas für sie. Was er nicht weiß: Marina ist selbst schwanger. Und sie steht auf der Liste des Täters…

Mir wurde ‚Entrissen‘ von der lieben Diana empfohlen, so dass wir Bücher getauscht haben, damit ich es lesen kann. Und ja, wie fange ich am besten an? Ich bin ja in letzter Zeit nicht so die große Thriller-Leserin, mich konnten die Jugend- und Fantasybücher einfach mehr faszinierend. Oftmals weiß man nach 10 Seiten wer der Täter ist oder wie es ausgeht. Bei ‚Entrissen‘ war dem nicht so. Bereits sehr schnell wird eine ziemlich grauselige Tat beschrieben, welche mich beinahe schon anwiderte und ich auch als wirklich pervers empfand. Dennoch, oder eigentlich genau deswegen, hat mich das Buch gepackt. Es war mal etwas anderes, wenn auch nicht angenehmes. 

Der Schreibstil ist angenehm, wenn auch genretypisch. Tania Carver hat meiner Meinung nach den perfekten Balanceakt zwischen zu blutig und gerade blutig genug gepackt, was man nicht von jedem behaupten kann. Der Stil schreitet mit flottem Tempo voran und es gibt keine unnötig in die Länge gezogenen Stellen. Die Perspektive wechselt immer mal wieder, so dass wir auch mal erleben, wie eine seeehr gestörte Seele denkt und fühlt, und dennoch mitbekommen, was Phil und Marina so treiben.  Ebenso bekommt man immer mal ein paar Häppchen an Informationen, ob das Baby noch lebt z.B. und ist den Ermittlern so einen Schritt vorraus. Man weiß aber trotzdem nicht, was genau Sache ist. Ich finde Tania Carver hat einen seeehr spannenden Stil, gibt einem gerade noch genug Informationen um alles zu verfolgen aber nicht genug, um das Ende hervorzusehen. 

Marina und Phil sind ein sehr sympathisches Ermittlerpärchen, welche eine gemeinsame Vergangenheit haben. Ich finde diesen Punkt sehr spannend, denn erst etwas später wird diese Vergangenheit weiter beleuchtet und man versteht, wieso Marina anfangs soviele Bedenken dabei hat, mit Phil zusammen zu arbeiten. Und nein, er ist nicht fremdgegangen :D Vor allem in Marina konnte ich mich gut einfühlen, Phil war mir leider etwas zu blass. Die restlichen Charaktere sind zwar prinzipiell gut ausgebaut, aber man erfährt jetzt nicht übermäßig viel über sie. 

Schwangere sollten das Buch definitiv nicht lesen und auch Mütter könnte es ziemlich fertig machen. Anlass zum Nachdenken gibt es insofern, dass man sich kaum in solche Situationen versetzen kann und auch will.  

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