[Rezi] Suzanne Collins - Tribute von Panem: tödliche Spiele

Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit ... Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln - was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? Eine faszinierende Gesellschaftsutopie über eine unsterbliche Liebe und tödliche Gefahren, hinreißend gefühlvoll und super spannend.

Die Tribute von Panem ist wohl so eine Reihe, die gefühlt 3 Milliarden Menschen bereits gelesen, geliebt und auch rezensiert haben. Aus irgendeinem Grund hat mich das beinahe schon abgeschreckt, warum noch eine Rezension schreiben? Ich bereue es aber, das Ganze erst so spät gelesen zu haben, denn es gefiel mir außerordentlich gut.

Das Ganze ist eine Dystopie und spielt in der USA, auch wenn es  hier nun Panem heißt. Panem ist in 12 Distrikte plus das Kapitol (= Sozusagen die Regierung, alle besser betuchten befinden sich hier) eingeteilt, und aus jedem Distrikt müssen jedes Jahr ein Junge und ein Mädchen in die sogenannten Hungerspiele ziehen. In diesen Hungerspielen treten also 24 Gegenspieler auf, und wer nun denkt, dass es sich um eine Art Olympische Spiele handelt ist gaaanz weit davon entfernt, auch wenn das Ganze genauso zur Unterhaltung dient, wenn auch nur fürs Kapitol. Denn in Wirklichkeit findet es in einer riesigen Arena statt, welche jedes Jahr anders aussieht und gewinnen kann nur einer – nämlich derjenige, der als letztes noch lebt. Dementsprechend sterben jedes Jahr 23 junge Menschen in diesen Hungerspielen.

Für Distrikt 12 tritt die junge Katniss Everdeen in die Hungerspiele, obwohl eigentlich ihre kleine Schwester Prim ausgelost worden ist. Katniss hat sich aber freiwillig gemeldet, so dass sie nun mit Peeta, dem männlichen Tribut, in die Hungerspiele ziehen muss. Katniss ist 16 Jahre alt und trotz ihrer hingebungsvollen Liebe ihrer Schwester gegenüber kann sie einem ganz schön auf die Nerven gehen. Sie ist bei weitem nicht die perfekte Protagonistin, ja teilweise habe ich mir beinahe schon gewünscht, dass sie bloß nicht gewinnt, da mir andere sympathischer wurden. Trotz alledem hat sie gute Seiten an sich, auch wenn sie die nur selten zeigt. Peeta hingegen ist direkt sympathisch, und wirkt viel zu sanft für solche „Spiele“. So machen sich die zwei auf ins Kapitol, wo sie von Effie Trinket begleitet werden. Effie hat die Verlosung vollzogen und ist in etwa so etwas wie eine Organisatorin für die beiden. Im Kapitol angekommen werden sie von Haymitch Abernathy gecoacht, welcher eines der anderen Hungerspiele für Distrikt 12 gewonnen hat. Haymitch ist ein Säufer und nicht gerade der Traumcoach, doch auch er hat seine guten Seiten. Eine Person will noch genannt werden, auch wenn er in diesem Band nicht die allergrößte Rolle spielt – Gale. Gale ist Katniss bester Freund, und ja, irgendwie scheint sie auch Gefühle für ihn  zu haben. Und für Peeta. Und Für Gale. Wo wir am ersten Knackpunkt wären – die liebe, nervige Katniss kann sich beim besten Willen nicht entscheiden, welcher der Jungs denn nun ihre Gunst verdient hätte. Obwohl das wohl in Angesicht der Hungerspiele auch wirklich egal scheint. ;)


Die Handlung des Buches ist einfach nur blutig. In allen Facetten – Teenager werden auf verschiedenste, und auch brutalste Art und Weisen umgebracht, um dem Kapitol eine Belustigung zu bieten. Und sollten sie sich mal nicht gegenseitig umbringen – macht nichts, der sogenannte Spielemacher, der alles in der Arena steuert, sorgt dann schon für die nötige Action. Ich finde das wirklich Brutal und würde das Buch auch beinahe nicht als Jugendbuch durchgehen lassen. Man könnte darin sogar eine Kritik an unsere Medienwelt verstehen, denn seien wir mal ehrlich: keiner gibt zu das Dschungelcamp zu gucken, und doch machen es viele, obwohl sich dort irgendwelche Leute quälen.  Viele schauen sich auch Boxkämpfe an, wo sich gegenseitig gehörig auf die Fresse gehauen wird, bis einer nicht mehr kann. Klar, es ist nicht dasselbe, aber im Grunde treibt uns die selbe Sensationsgier dazu. Die Tribute von Panem sind grausig, sie sind blutig, masochistisch und einfach nur widerlich – und dennoch so faszinierend, dass man es nicht zur Seite legen mag. Dieses lag in meinem Fall aber weniger an den grausamen Morden, als das ich wissen wollte, ob Band 2 dann zwei neue Protagonisten beherbergt oder ob wir Katniss und Peeta wiedersehen. Ich fand diesen Band 1 einfach nur unglaublich spannend, wenn nicht sogar am spannendsten.


Der Schreibstil ist abgesehen von den Grausamkeiten Jugendbuchtypisch, es gab keine Worte die ich nicht verstand oder sowas. Erzählt wird in der Ich-Perspektive, was einem theoretisch die Gefühlswelt von Katniss nahe bringen könnten, wenn sie denn viele Gefühle hätte ;)  Ich hätte mir jedoch am Anfang mehr Infos über die Distrikte usw gewünscht, denn am Anfang weiß man einfach mal nichts. 

Band 1 hat mich nachdenklich zurückgelassen und so schnell habe ich wohl noch nie zu Band 2 gegriffen – daher absolute Empfehlung :)
2 Kommentare
  1. Früher oder später erwischt es anscheinend jeden. Mir hat Panem auch gefallen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja ich glaube man kommt nur schwer drumrum :D

      LG
      Sarah

      Löschen