Mindy McGinnis - Bis zum letzten Tropfen [Rezension]




"Lynn lebt in einer Welt, in der nichts mehr selbstverständlich ist. Auf einer einsamen Farm kämpft sie mit ihrer Mutter ums Überleben. Der einzige Luxus, der ihnen nach dem Zusammenbruch der Zivilisation geblieben ist: ein Teich hinter dem Haus und damit der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch als ihre Mutter verletzt wird, ahnt Lynn, dass sie den Teich allein nicht vor Eindringlingen schützen kann. Sie muss das Undenkbare tun: die sichere Farm verlassen und Hilfe holen."
"Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem Überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio." Quelle: Heyne fliegt
Das Buch ist gebunden - somit also schon mal ein großer Pluspunkt für mich :D Das Cover passt wirklich seeehr gut zur Story, auch wenn es natürlich nicht bis ins kleinste Detail passt. Ich finde es aber wirklich gelungen. Es gibt aber keine Extras wie hervorgehobene oder glänzende Stellen - aber wer braucht's auch wirklich? 
Die Schriftgröße ist ziemlich groß, was für mich alte Brillenschlange natürlich nur von Vorteil ist, aber die Seitenanzahl auch nur künstlich höher treibt.
‚Bis zum letzten Tropfen‘, so heißt der neue Debutroman der Autorin Mindy McGinnis. Der Klappentext bzw. die Inhaltsangabe verspricht eine temporeiche Dystopie, auch wenn ich mich dem nicht zu 100% anschließen kann. Die ganze Idee ist wirklich neu (zumindest kenne ich nichts vergleichbares) und beinhaltet eine Wasserknappheit mit anschließender Cholera-Epidemie. Dadurch sind natürlich viele Leute gestorben und auch geflohen, auf der Suche nach dem Elixier des Lebens, sauberes Wasser. Nur woran erkennt man, ob das Wasser sauber ist oder nicht? Eigentlich gar nicht, zumindest nicht ohne Labor. Somit sind die wenigen bekannten, sauberen Quellen mehr Wert als all das Gold der Welt.  Ich hätte mir aber in der ganzen Geschichte mehr Tempo gewünscht, mehr Action, denn die komplette erste Hälfte dümpelt eher so vor sich hin.

Lauren, Lynns Mutter, fand ich ehrlich gesagt so richtig ätzend – sie knallt jeden ab der sich ihrem Haus und dem angrenzenden Weiher auch nur nähert. Ich weiß, sie mag nur ihre Tochter schützen, aber naja, ich fand sie extrem unsympathisch und war echt nicht traurig als sie dann, naja, weniger vorkam.
Lynn war Anfangs genauso kaltblütig wie ihre Mutter, sie hat es ja nicht anders gelernt. Sie macht hinterher aber eine echt tolle Entwicklung durch und wird ‚menschlicher‘, lernt menschliche Werte kennen. Trotz allem konnte ich mich nie so richtig mit ihr identifizieren, was mir die Lesefreude ein  wenig verdarb. Alle anderen vorkommenden Protagonisten waren mir allerdings sehr sympathisch und gut durchdacht, jeder war anders und kein ‚einheitsbrei‘.
 
Den Schreibstil würde ich als solide bezeichnen, schlicht, aber eben nichts Besonderes. Er ist leicht verständlich und erforderte von mir keine allzu große Konzentration. Die Perspektive ist in dritter Person und Vergangenheit, ich mag’s lieber in Ich-Perspektive, aber was solls… Man kann ja nicht alles haben.  Ich würde also mal behaupten, dass der Schreibstil der Zielgruppe sehr entspricht.  Die Stimmung würde ich als „The Walking Dead“ bezeichnen, einfach weil ich bei der Serie genau dasselbe Gefühl hatte, obwohl keine Zombies vorkommen. Es geht einfach ums pure Überleben.
Das Ende ist auf der einen Seite der spannendste und beste Teil des Buches und gleichzeitig gibt es da ein Geschehnis, was mir mein geliebtes Happy End ein wenig versaut.
Das Buch machte mich nachdenklich – was passiert, wenn uns das Wasser wirklich mal ausgeht? Ich denke, dass genau das passieren wird, was uns dieses Buch nahe bringt. Wer sich also gerne Endzeit-Dystopien durchliest, sollte Freude daran haben.

9 Kommentare
  1. Huhu, Sarah!
    Schöne Rezi, die auch die Kritikpunkte anspricht, die ich unter anderem auch hatte. Das Ende hätte wirklich etwas anders ausfallen können.

    LG, Claudia

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    1. Liebe Claudia,

      schön, dass wir einer Meinung sind und Danke :-)

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  2. Hey Sarah

    Dieses Buch habe ich schon lange auf dem Radar, doch da ich momentan einfach zu viel Lesestoff hier habe, habe ich es einmal in die Warteschlaufe gesetzt. Ich lese zwar wirklich gerne Dystopien, doch ganz bin ich nach deiner Rezension noch nicht überzeugt .... also lasse ich es doch noch einmal eine Rundein der Warteschlaufe drehen ....

    lg Favola

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    1. Hey :-)

      Ach so negativ ist meine Rezi doch gar nicht^^ Jeder sieht das anders, aber es konnte mich ja leider auch nicht komplett überzeugen. Und ich liebe ja auch Dystopien :-)

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  3. Ich finde es sehr schön wie du geschrieben hast, was dich am Buch stört. Ich bin mir wirklich unsicher ob ich das Buch überhaupt lesen mag, obwohl ich ja gerne Dystopien lese ;-).

    Nachdem ich die Rezension gelesen habe, habe ich mich gewundert, dass das Buch doch noch 4 Eulen bekommen hat ;-). Ich hätte weniger erwartet :-D.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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    1. Ach, es war ja nicht schlecht. Vielleicht kommt es schlechter rüber, als ich es fand? Hmm, muss ich mal überdenken. Ich werde den nächsten Teil auch lesen, was wohl beweist, dass es mir irgendwie trotzdem gefiel :D

      LG

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  4. Ich kann deine komplette Rezension nur unterstreichen, du sprichst mir aus der Seele ;)

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  5. Hallo Sarah,

    mir hat das Buch - mit einigen Abstrichen - auch recht gut gefallen. Irgendwie war ich auch ganz froh, als die Mutter dann nicht mehr da war. Und ich gebe dir absolut recht. Ein bisschen mehr Tempo hätte der Geschiche sicherlich gut getan. Schöne Buchbesprechung :-)

    Liebe Grüße

    Kay

    P.s. Den "The Walking Dead"-Vergleich finde ich gut :D

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